Erste Woche – erste Niederlage

Die erste Woche liegt hinter mir. Und die war spannend, erfolgreich, deprimierend – also genau so, wie ich es erwartet habe. Ich weiß nämlich, dass ich Niederlagen einkalkulieren muss, wen ich am Ende doch als Gewinner dastehen möchte. Dass diese Niederlagen vor allem welche gegen meinen eigenen Körper sind, habe ich bereits erfahren. Vorher, und jetzt. Denn die erste Woche meines Comebacks war schon etwas intensiver als die Wochen zuvor. Arbeitstechnisch habe ich aktuell mehr denn je auf der Uhr. Das heißt, viel sitzen, telefonieren, Emails schreiben und Bloggen, was wiederum nicht wirklich die Fitness steigert. Zumindest nicht bei mir, denn meine Sitzhaltung ist alles andere als vorbildlich. Aber das nur am Rande. 

Mein Alltag ist nicht Fitness-tauglich

Eigentlich hatte ich gehofft, heute das erste Mal jubeln zu können. Bis auf Muskelkater hatte ich nicht allzu viel Beeinträchtigungen erwartet, da auch mein sportlicher Aufwand noch halbwegs überschaubar war. Zweimal Tennis á 2 Stunden (s. Foto – das war nach dem Match!) – wobei ich meine Laufintensität natürlich immer selbst steuern kann. Also stellt es Euch bitte nicht so vor, als würde ich da zwei Stunden Vollgas gehen können. Zudem habe ich dreimal (vorrangig an den Nicht-Tennis-Tagen) Stabi-Training am Morgen absolviert. Mein Programm:

  • 3 x 25 Situps
  • 3 x 60 Sekunden Unterarmstütz
  • 3x 60 Sekunden  Seitstütz (wechselseitig)
  • 10 x 10 Sekunden Kniebeuge einbeinig auf 45°
  • Beckenlift in Rückenlage bis Erschöpfungsgrad 7/10
  • Dehnen (Oberschenkel, Waden, Rücken)

Dafür hat meine Frau tatsächlich aus dem Spielkeller unserer Kinder ein kleines Fitnessstudio gezaubert. Ist morgens zwar noch etwas frisch da unten – aber genau das werde ich im Sommer lieben. Und es erlaubt mir keine Alibis mehr. Ich kann immer – auch dann, wenn das Fitnessstudio beim NTSV geschlossen ist.

Direkt nach dem Tennis mit Hendrik war noch alles gut…

Wobei, nicht ganz! Genau hier habe ich die erste Niederlage kassiert. Denn eigentlich hatte ich geplant, jeden Abend 30 Minuten (steigernd) auf dem Ergometer zu sitzen und beim Fernsehen zu radeln. Aber: Schon beim ersten Mal ist mein Ergometer zusammengeklappt. Erst hatte das Stromkabel wohl einen Wackelkontakt, dann bracht die Stromzufuhr komplett zusammen. Und ein Ersatzkabel für mein völlig veraltetes Gerät finde ich nicht. Ich muss mir also ein neues Teil holen – nur ist das finanziell gerade nicht darstellbar, da die guten Geräte tatsächlich vierstellige Beträge verschlingen. Sollte eine/r von Euch so ein Gerät gebraucht aber heil verkaufen wollen, schreibt mich gern via Facebook an!

Ergometer gibt Geist auf – Spinning-Bike gesucht!

Bis dahin werde ich mir also alternative Wege einfallen lassen müssen, um meine Beinmuskulatur konstant weiterzubilden. Tennis hilft dabei sicher nur sehr bedingt… Die Start-Stop-Bewegungen sind eher kontraproduktiv für die Knie. Aber ich kann nicht nur schwimmen – und eben auch gerade kein Fahrradfahren. Ich erlaube mir daher diese Unvernunft als meinen persönlichen Luxus in all der bevorstehenden Qual. Und in Sachen Gewicht funktioniert es anfänglich. Wobei das zu erwarten war, nachdem ich in den letzten Wochen so sprungartig zugenommen hatte (spätes Essen ist mein größtes Übel). In den ersten Wochen mit regelmäßigem Sport verlier ich immer schnell ein paar Pfunde. Schwierig wird es nach den erst fünf Kilos. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist…

Heute wollte ich Euch vielmehr ein Update zur ersten Woche meiner Belastung schildern. Denn die ist spürbar. Weniger in den Knien – dafür umso mehr im linken Sprunggelenk. Ich befürchte, dass meine Einlagen, die ich extra für den Sport bekommen habe, nicht (mehr) ausreichen. Leider laufe ich auch mit selbigen stark nach innen, was sich auf Dauer so anfühlt, als würden man auf einer Schrägen Dauerlauf machen. Echt unangenehm. Und schmerzhaft. Am Wochenende war ich zum Beispiel mit meinen Kindern bei uns im angrenzenden Park. Laserschwert-Kampf  (Plastikschwerter, mein Sohn ist Starwars-Fan) und Verstecken standen auf dem Plan.

Und dabei sollte ich u.a. einen kleinen Rodelberg erst hoch- und dann mit meiner Tochter wieder runterlaufen. Und während das Hochlaufen noch ging, war das Runterlaufen nach dem dritten Schritt eine Katastrophe. Knie auf beiden Seiten und der linke Knöchel (Sprunggelenk) ließen mich runterhumpeln. Und an laufen war im Anschluss auch nicht mehr zu denken. Dementsprechend enttäuscht waren ich – und noch mehr meine Kinder, die in letzter Zeit eh schon sehr wenig von mir hatten. Und ganz ehrlich, DAS sind Momente, in denen ich mich richtig schlecht fühle. Hier macht mir meine körperliche Unfitness noch mehr zu schaffen, als auf dem Platz, wenn ich Matches verliere. Vom Leistungssportler zum Halbversehrten – das kann nicht sein.

DAS NEHME ICH SO AUCH NICHT EINFACH HIN! GENAU HIER BEGINNT DER GROSSE KAMPF!

Ich werde in den kommenden Wochen versuchen, einen Termin beim Orthopäden zu bekommen, damit er sich meine Fußhaltung anschaut und dementsprechend mit Einlagen etc. gegensteuert. Ich werde in der kommenden Woche zudem schauen, dass ich ein Spinningbike finde, das bezahlbar und funktional ist. Und ich werde mein Stabi-Programm auf eine Einheit pro Tag erweitern. Also nach Möglichkeit auch an den Tagen, an denen ich noch anderen Sport mache. Nächstes Etappenziel ist, dass ich bis Ende März die ersten vier Kilogramm weg habe und vielleicht schon das erste Mal ein paar Kilometer (vorerst eben langsam) laufen kann. Zur Not auch auf dem Gelenke schonenderen Laufband.

Mal sehen, ob ich mich an meinen eigenen Plan halte… 😉 In diesem Sinne, bis dann!

Scholle

P.S.: Wenn jemand von Euch ähnliche Probleme hat oder Erfahrungen auf dem Weg zurück zur Fitness hat, die hilfreich sein könnten, immer her damit! Ich werde immer wieder auch zusehen, dass ich Dinge ausprobiere, die funktionieren könnten. Denn ausschließlich auf die Ärzte verlassen will ich mich dann auch nicht. Dabei könnten Eure Erfahrungen sehr hilfreich sein. Übrigens auch für andere… Von daher: Schreibt in die Kommentare, wie und was Ihr so erlebt habt!

Danke Euch!

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