Knorpelschaden! Alles vorbei? Nein.

Ich bin kein Einzelfall, das weiß ich. Im Gegenteil: Ich lerne zunehmend mehr Menschen kennen, denen es genauso oder noch schlechter geht. Einige kämpfen gegen an – andere geben auf. Auch ich hatte zugegeben Phasen, in denen ich kaum noch Antrieb hatte, weil nichts zu funktionieren schien. Aber: Es ist nie zu spät! Und genau deshalb werde ich von heute an alles machen, was man machen kann, um noch einmal körperlich fit zu werden. Trotz der katastrophalen Diagnose Knorpelschaden, Grad 4.

Viel übler hätte es nicht kommen können. Und seit nunmehr 13 Jahren schleppe ich mich mit dem Gefühl durch die Gegend, etwas nie mehr zu können, was ich aber unbedingt will. Zugegebenermaßen gab es dabei viele Phasen, in denen ich versucht habe, mich damit zu arrangieren. Joggen geht nicht mehr – da gab es schlimmeres. Fußball auch nicht mehr – das war schon hart. Tennis verliere ich inzwischen in aller Regelmäßigkeit Matches gegen Spieler, die ich früher ebenso regelmäßig bezwingen konnte. Aufgeben? War mal ein Gedanke. Und obgleich ich diesen nur ganz kurz hatte, hat er mich erschreckt. Denn das liegt nicht eigentlich in meinem Blut.

Von daher galt es seitdem, Alternativen zu finden. Aber machen wir uns nichts vor: ,Angesichts eines ansonsten sehr ausgeprägten Arbeitslebens mit sieben Arbeitstagen die Woche steht an erster Stelle die Familie. Drei Kinder, eine Frau – das perfekte Alibi für jeden Verzicht auf andere Tätigkeiten. Aber Fakt ist: So geht es nicht. So werde ich immer weiter körperlich verfallen – und damit ist ab sofort Schluss. Aber Fakt ist eben auch: Dafür brauche ich Hilfe.

Denn mein größtes Problem ist, ich bin ein ungeduldiger Typ. Ich möchte oft zu schnell zu viel. Ich sollte schwimmen gehen und Fahrradfahren, um Muskulatur langsam und stetig aufzubauen. Das haben mir Ärzte, Physiotherapeuten und alle Freunde gesagt, die mal in ähnlichen Situationen waren. Und genau einen Monat lang habe ich das gemacht – ehe ich das erste Mal auf dem Tennisplatz stand.

Das natürlich mehr schlecht als recht – aber mit Ball. Und ich brauche beim Sport einfach den Ball, den Wettkampf und das Gefühl von Sieg und Niederlage. Das Ergebnis: In Eigenregie hat es bislang leider nicht funktioniert. Inzwischen ist es so weit, dass ich beim Spielen mit meinen Kindern nicht mal mehr in die Hocke komme.

Die fehlende Mobilität hat inzwischen meinen ganzen Funktionsapparat beeinträchtigt. Vom Bücken beim Klettern, mal ganz zu schweigen. Und das fühlt sich schlimm an! „Der Knorpelschaden wird dich dein Leben lang begleiten“, sagen mir meine Ärzte. Und inzwischen habe ich es akzeptiert. Mit Einschränkungen! Denn ich habe sehr wohl akzeptiert, damit zu leben. Aber nicht, deswegen dauerhaft kürzerzutreten. Im Gegenteil: So kann das einfach nicht weitergehen. Ich gucke ja quasi live zu, wie ich körperlich zerfalle! Nein, ab heute geht der Kampf erst so richtig los.

Mit viel Unterstützung, einfach so professionell wie möglich. Ernährung, medizinische Begleitung, Physiotherapie und koordinierter Muskelaufbau – ich will beweisen, was möglich ist. Und vor allem: Wie man dahinkommt. Für alle, denen es ähnlich geht. Dafür werde ich hier eine Art Tagebuch führen. Alles, was sich in den nächsten Jahren (so lange kann das dauern, wurde mir gesagt…) auf dem Weg erlebe, werde ich hier aufschreiben und mit Bildern dokumentieren. Weil ich sicher bin, dass es diesen Weg zurück gibt – wenn man nur will.

Und ich freue mich über jede und jeden, die oder der mich hierbei begleiten mag! Denn eines ist sicher: Es wird ein sehr steiniger, langer Weg mit vielen Rückschlägen – aber hoffentlich noch sehr viel mehr Glücksmomenten. Und dieser Weg beginnt hier und heute…!! Erster Schritt: Zum Arzt. Den Status Quo ermitteln und einen ersten Trainingsplan aufstellen. Also, auf geht`s…!!

4 Antworten

  1. Super! Tolles Thema. Hatte 2016 einen Innenbandriss im Knie bei dem ein Knorpelschaden festgestellt wurde. In dem Zusammenhang auch direkt noch der Anfang von Gonarthrose. Die Folge, viele Stunden auf dem Fahrrad. Aufhören mit Fußball? Kommt nicht in Frage. Durchs Joggen ist aktuell auch noch die Partellasehne sehr mitgenommen. Auch da gibts einen Zusammenhang mit dem Knorpelschaden. Mal die Patellasehne, mal die Baker Zyste. Mal schauen wie es weitergeht!
    Dir viel Erfolg und gutes Durchhaltevermögen!

    1. Danke, Christopher!!
      Bei mir war es eine Begradigung, die helfen sollte, aber leider sehr viele Probleme mit sich brachte. Vor allem meine durchs Fußballspielen (hatte O-Beine) stark gedehnten Sprunggelenke lassen mich jetzt nicht mehr nach außen, sondern nach innen gehen. Ich habe statt O- jetzt quasi D-Beine – dementsprechend knicke ich ohne Einklagen (leider auch mit inzwischen) stark nach innen mit dem Fußgelenk. Das macht lange Läufe schmerzhaft. Und damit begann bei mir die Kette der Zerfalls…
      Aber Dir vielen Dank für Deinen netten Kommentar! Ich werde auf jeden Fall nicht aufgeben und hoffentlich irgendwann wieder kicken können!!
      LG
      Scholle

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Aller Anfang ist schwer – und schmerzhaft…

Es hat begonnen. Und das sagt mir jede Faser meines Körpers völlig ungefragt. Anderthalb Stunden Tennis mit Hendrik, einem wirklich guten Spieler. Daher schweige ich an dieser Stelle auch mal, was das Ergebnis betrifft. Aber für den Anfang hat das Spaß gemacht, es hat mich frustriert (weil ich merke, dass ich noch nicht laufen kann), und vor allem reagiert mein Körper heute. Ist ja auch logisch! Das war offensichtlich etwas zu viel für den Anfang. Und es war ganz sicher nicht so, wie meine Ärzte das von mir wollten. „Schwimmen und Fahrradfahren“ sollte ich – erstmal. Eine Weile, um die Muskulatur geschmeidig zu machen und überhaupt wieder auf die Belastung vorzubereiten. Aber ganz sicher nicht gleich Tennis spielen. Und jetzt ist es zu spät – ich erhalte die gerechte Strafe. Aber die fühlt sich nicht nur schlecht an…

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Wie alles begann …

Ich weiß noch genau, wie wir bei uns heimlich auf dem Rasen der Sportanlage Football gespielt haben. Ich war 15 Jahre jung und die US-Sportarten waren gerade total hip. Tele5 zeigte damals Basketballspiele aus den USA mit Michael Jordan und Co. und wir trugen in unserer Freizeit Converse-Sneakers, College-Jacken und Baseballcaps. Nike und Reebok lösten bei vielen Adidas und Puma als DIE Sportmarken ab. Und wir spielten in unserer Freizeit ohne große Regelkunde Baseball, Basketball – sowie an diesem einen, besagten und für mich folgenschweren Tag eben auch Football.

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