“Wellensittichfutter” und Saft – das bringt’s!

Als Josef postete, dass er schon zehn Kilogramm in zwei Wochen runter hätte, war mir klar: DAS will ich auch! Ich will – wie so viele andere wohl auch – schnell und viel abnehmen. Eine zweistellige Zahl auf der Waage zu haben ist das nächste Ziel. Und das will ich noch im Jahr 2021 erreicht haben. Ergo: Josef anrufen und fragen, wie er das hinbekommen hat. Das sollte doch auch bei mir funktionieren können! Dachte ich mir. Immerhin ähnelt er mir vom Körperbau schon ein wenig. „Mit ‘ner Saftkur“, schallte es aus dem Hörer, gefolgt von einer Pause. Denn ich erwartete eine Fortsetzung seiner Erklärung, und Josef dachte, ich würde erstaunt nachfragen, wie das denn funktionieren kann.

Zehn Kilogramm runter in zwei, drei Wochen?

Das tat ich dann auch. „Es ist hart, aber absolut machbar. Man gewöhnt sich daran“, so Josef, der mir vorschwärmte, wie er nach drei Tagen in eine Art gelassene Gewohnheit übergegangen sei. Saft am Morgen, Saft und ein Miniriegel am Mittag, und eine Art Tomatensuppe am Abend. Leicht – so sollte sich diese Saftkur anfühlen. „Dazu habe ich mit dem Walken angefangen. Ich bin ein Powerwalker geworden“, erzählte mir Josef, den ich bislang nur als Sportler am und mit Ball erlebt habe. Laufen bzw. Gehen hätte ich ihm so eher nicht zugeordnet. Auf jeden Fall zeichnete Josef mir ein Bild, das ich für mich noch verweigere. Denn Walken ist so gar nicht mein Ding.

Aber okay, wenn es hilft, soll es mir recht sein. Kann man ja auch machen, wenn alle anderen schlafen. Auf jeden Fall hatte Josef mich mit seinen Schilderungen eingefangen. Vor allem mit dem Ergebnis. Zehn Kilo wären mal eben die Hälfte dessen, was ich 2021 mindestens erreichen will. Und das in nur wenigen Wochen? Klang fast zu schön, um wahr zu sein.

Aber okay! Dann mal los…!!

Ich bestellte ich mir also diese empfohlene Saftkur bei einer Online-Apotheke. 52,99 Euro für eine Woche Quälen. Und als der große Karton nach fünf Tagen ankam, rechnete ich schnell durch. Sollte ich am Montagmittag noch anfangen, wäre ich zum ersten Deutschland-Spiel bei der EM durch. Dann könnte ich zu Deutschland – Portugal auch mit Freunden anstoßen, wie es sich gehört. Also: Keine Sekunde verschenken, gleich mal ran an die Kur. Gefrühstückt hatte ich eh noch nicht, von daher hatte ich beste Voraussetzungen geschaffen.

Und ganz ehrlich: Diese Knabberstange, die es zum Mittag dazugibt, schmeckte sogar. Sah zwar aus, wie eine zu klein geratene Wellensittich-Futterszange, aber sie war süß und machte das fehlende Mittagessen halbwegs wett. Zumal es parallel dazu noch einen gut schmeckenden Fruchtsaft mit Chiasamen gab. Alles in allem ein richtig gelungener Start, der am Abend jedoch einen Dämpfer erhielt. Denn der Tomatensaft, den ich mir warmmachen sollte, schmeckte nur mit viel Fantasie wie eine Tomatensuppe. Aber wie sagte Josef ganz richtig: Es war auszuhalten. 

Ebenso die nächsten zwei Tage, ehe ich einen richtigen Hänger bekam. Der dritte Abend war der härteste. Kurz vor dem Bergfest stellten sich plötzlich Mängelerscheinungen ein, die sich in unfassbaren Kopfschmerzen manifestierten. Um nichts zu verwässern, verzichtete ich trotzdem auf Aspirin und versuchte, über Wassertrinken die Kopfschmerzen loszuwerden. Das gelang mir – nicht. Aber ansonsten hatte ich wirklich keine Probleme. Nicht einmal richtig schlapp fühlte ich mich bis hierhin. Wie wenig Power ich letztlich noch haben sollte, zeigte sich dann am letzten Tag. Aber dazu später mehr.

Eine Saftkur als Heilsbringer – es funktioniert!

Auf der Waage hatte sich mein Gewicht zumindest schon mal um zwei Kilogramm verringert. „Weil du das eingelagerte Wasser verlierst“, erklärte mir meine Frau und ich glaubte es – weil ich ehrlich gesagt so gar keine Ahnung von Ernährungswissenschaften habe. Es war mir aber auch egal, da ich nur das Ziel hatte, Gewicht abzubauen. Und damit hatte ich offenbar begonnen. Insofern: Erst einmal alles gut. So kann es weitergehen.

Wie genau es weiterging und warum ich mich am letzten Tag so gar nicht mehr im Griff hatte: Dazu morgen mehr!

In diesem Sinne,

Scholle

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